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Die Frage der hier interessierenden Thematik kann nicht losgelöst bewertet werden von der Frage gelungener Integration bzw. Assimilation.

 

Grundlegend bezeichnet Integration einen intergenerativen Prozess, der von kognitiver Assimilation (Spracherwerb) über kognitiver Assimilation (Schule, Arbeitsmarkt) und sozialer Integration (Aufnahme von Kontakten zur Mehrheitsbevökerung) zur identifikativen Assimilation (Übereinstimmung mit Normen und Werten der Aufnahmegesellschaft) führt, wobei die deutsche Soziologie in Anlehnung an die amerikanische Soziologie von einem zwangsläufigen Prozess ausging.

 

Abseits der babylonischen Definitonswut lassen sich heute zwei Modelle in der Migrationssoziologie isolieren, wobei das zweite Modell in den Grundzügen der früher geltenden Assimilationsfoderung als Ergebnis eines zyklischen Prozesses (Race Relation Cycle der Chicagoer School) folgt.

 

Zum einen wird heute anstatt vollständiger Integration (def. als Einfügung etwas NEUES in etwas BESTEHENDES) von Inkulsion gesprochen (def. als Möglichkeit gleichberechtigter Teilhabe bei Beibehaltung bestimmter kultureller Normen- und Verhaltensraster der Herkunftsregion), die im Gegensatz zur Assimilation (def. als Erreichung gleichberechtigter Teilhabe bei völliger Aufgabe der Identität der Herkunftskultur) steht. Beides wird von einem teil der Migrationssoziologie als gleichwertige Alternativen gesehen (Wilhelm Heitmeyer).

 

Das andere Modell geht von einem zyklischen Modell der vollständigen Anpassung aus, welches zur Assimilation führt, da eine erfolgreiche Plazierung und teilhabe an den Ressourcen der Aufnahemgesellschaft nur in dieser stattfinet, und ein Mindestmaß an Akkulturation (def. als Übernahme kultureller Standarts der Aufnahemgesellschaft) und Interaktion notwendig ist. (Hartmut Esser).